Warum stelle ich mir bei Symptomen eine zweite Frage?

Wenn wir körperliche Beschwerden haben, stellt sich meist zuerst eine Frage:

Wie werde ich das wieder los?

Das ist verständlich.

Schmerzen, Erschöpfung oder andere Beschwerden belasten uns. Der Wunsch, dass sie möglichst schnell wieder verschwinden, liegt nahe.

Im Laufe der Jahre ist für mich eine zweite Frage immer wichtiger geworden:

Was möchte mir dieses Symptom zeigen?

Diese Frage führt nicht immer sofort zu einer Antwort.

Sie eröffnet jedoch häufig einen anderen Blick auf das, was gerade geschieht.

Der Körper reagiert auf mehr als nur körperliche Belastungen

Unser Körper reagiert auf vieles.

Auf Verletzungen.

Auf Infekte.

Auf körperliche Überlastung.

Und ebenso auf Stress, Sorgen, ungelöste Konflikte oder Veränderungen im Leben.

Vor einem wichtigen Gespräch schlägt das Herz schneller.

Nach einer anstrengenden Zeit verspannt sich der Nacken.

Längere Überforderung kann sich in Erschöpfung zeigen.

Körper, Gedanken, Gefühle und Lebensumstände beeinflussen sich gegenseitig.

Was möchte mir dieses Symptom zeigen?

Aus meiner Sicht lohnt es sich, bei einem Symptom nicht nur auf die Beschwerde selbst zu schauen.

Manchmal zeigt sich ein Zusammenhang mit dem, was gerade im Leben geschieht.

Vielleicht gab es eine belastende Zeit.

Vielleicht wurden eigene Bedürfnisse über längere Zeit zurückgestellt.

Vielleicht hat sich etwas verändert, das viel Kraft kostet.

Und doch stelle ich mir diese Frage immer wieder.

Sie hilft mir, den Blick zu weiten.

Wie können wir beginnen hinzuschauen?

Für mich beginnt es damit, einen Moment innezuhalten.

Wann ist das Symptom zum ersten Mal aufgetreten?

Was hat sich in dieser Zeit in meinem Leben verändert?

Welche Gedanken beschäftigen mich?

Welche Gefühle tauchen immer wieder auf?

Nicht jede Frage führt sofort zu einer Antwort.

Manche Zusammenhänge werden erst mit der Zeit sichtbar.

Mein Gedanke zum Schluss

Die Frage

„Was möchte mir dieses Symptom zeigen?“

begleitet mich inzwischen seit vielen Jahren.

Ich habe darauf nicht immer sofort eine Antwort gefunden.

Manche Zusammenhänge haben sich erst viel später erschlossen.

Und manchmal ist eine Frage zunächst einfach nur eine Frage.

Vielleicht beginnt genau dort ein neuer Blick auf den eigenen Körper.

Mit der Bereitschaft, ihm zuzuhören.

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