Schon als Kind hatte ich häufig den Eindruck, überhört oder übersehen zu werden.
Viele Jahre habe ich diese Erfahrungen als einzelne Situationen betrachtet.
Erst später begann ich zu erkennen, dass mich das Thema Ausdruck durch mein ganzes Leben begleitet.
Mit den Jahren hat sich auch mein Blick auf diese Erfahrungen verändert.
Aus dem Gefühl, überhört oder übersehen zu werden, entwickelte sich nach und nach eine andere Frage:
Gehöre ich überhaupt dazu?
Heute glaube ich, dass sich manche Lebensthemen im Laufe der Zeit verändern.
Sie zeigen sich in unterschiedlichen Situationen und nehmen immer wieder eine neue Form an.
Als ich mein Human Design kennenlernte, bekam dieses Thema für mich einen neuen Zusammenhang.
Ich begann zu verstehen, dass es dabei für mich um weit mehr ging als um einzelne Erfahrungen.
Ein Teil dieses Verständnisses entstand durch meine unbewusst definierte Kehle.
Im Human Design unterscheiden wir zwischen bewussten und unbewussten Anteilen.
Die unbewussten Anteile erkennen andere Menschen häufig früher als wir selbst.
Dieser Gedanke hat mich lange beschäftigt.
Vielleicht war mein Blick auf mich selbst viele Jahre ein anderer als der Blick der Menschen, die mir begegnet sind.
Noch deutlicher wurde es für mich, als ich mich mit dem Tor 12 beschäftigte.
Hier geht es um Ausdruck.
Darum, Gefühle und Erfahrungen in Worte zu fassen.
Darum, etwas so auszudrücken, dass es andere erreichen kann.
Als ich das zum ersten Mal gelesen habe, musste ich an viele Situationen in meinem Leben denken.
Plötzlich ergaben Dinge einen Zusammenhang, die ich vorher nie miteinander verbunden hatte.
Vielleicht überarbeite ich deshalb Texte so oft.
Ich suche nicht nach besonders schönen Formulierungen.
Ich suche nach Worten, die das ausdrücken, was ich wirklich sagen möchte.
Heute sehe ich auch meine Erfahrungen aus der Kindheit anders.
Sie gehören zu meinem Weg.
Und sie haben mit dazu beigetragen, dass Ausdruck für mich heute einen so großen Stellenwert hat.
Human Design hat mir darauf keine fertigen Antworten gegeben.
Für mich ist es eine Landkarte.
Sie hilft mir, Zusammenhänge zu erkennen, die ich früher nicht gesehen habe.
Vielleicht liegt genau darin für mich der größte Wert von Human Design.
Nicht darin, mich zu erklären.
Sondern darin, mein eigenes Leben Schritt für Schritt besser zu verstehen.
Und vielleicht ist das auch die Antwort auf die Frage, warum manche Themen uns ein Leben lang begleiten.
Nicht, weil sie sich nie verändern.
Sondern weil unser Verständnis für sie mit den Jahren wächst.


